Schulhofgarten

Unser Schulgarten ist kein klassischer Schulgarten, sondern ein Schulhofgarten. Wir gärtnern nach dem Motto: „Die ganze Schule ist ein Garten.“ Unser Ziel ist es, an vielen Orten und Ecken des Schulhofes grün-bunt blühende Inseln und vielfältige, kleine Lebensräume für Tiere in der Stadt und uns Menschen der Schulgemeinschaft zu gestalten, zu pflegen und weiterzuentwickeln. Unsere Idee war es, dass Urban Gardening (Gärtnern in der Stadt) eine Chance und ein Anfang sein kann, die ganze Schule als Möglichkeit zum Gärtnern zu betrachten und mehr Grün zu schaffen – drinnen wie draußen.

  • Nutz- und Bauerngarten „Urban Garden“

 

… und wer gerne immer aktuell informiert sein möchte schaut bei Instagram rein: www.instagram.com/oldenfelder_schulhofgaertner/

Weitere Informationen zu den folgenden Themen erhalten Sie hier (bitte klicken Sie auf den Titel):

Die Anfänge

Mehr Grün-bunt statt Betongrau – wie alles begann …

Im Zuge der beginnenden Schulhofsanierung und -umgestaltung ab dem Jahr 2018 wurden die Lehrerinnen und Lehrer um Partizipation gebeten. Hierbei entstand bei uns der Gedanke, den Umgestaltungsprozess gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern auch dafür zu nutzen, den Schulhof ökologisch und ästhetisch aufzuwerten. Wie viele Schulen hatten wir vor dem Umbau ein winziges umzäuntes Quadrat Schulgarten, das in den Jahren mal mehr mal weniger intensiv genutzt wurde, aber definitiv dem Umbau zum Opfer fallen würde.

Ein Besuch bei Gartenbaulehrer Thies Naujokat an der Waldorfschule in Kiel in den Frühlingsferien 2018 inspirierte uns und schärfte unsere Gedanken. Sehr fasziniert vom vielfältig gestalteten Schulhof mit großem Nutzgarten und freilaufenden Tieren war uns gleichzeitig klar, dass das leider weder in der Stundentafel einer Stadtteilschule abbildbar, noch finanziell oder räumlich auf unserem Großstadtschulhof realisierbar sein dürfte. Urban Gardening könnte eine Chance und ein Anfang sein, die ganze Schule als Möglichkeit zu gärtnern zu betrachten und mehr Grün zu schaffen – drinnen wie draußen. Noch am gleichen Tag entstanden die Grundzüge eines Konzeptes, das wir der Schulleitung vorlegten. Im Schuljahr 2018/19 starteten wir mit zwei Wahlpflichtkursen.

Der Oldenfelder Findling

Ein Stein auf Reisen – der Oldenfelder Findling

Fast alle Hamburgerinnen und Hamburger kennen den „Alten Schweden“ an der Elbe oder den Bramfelder Findling „Bramfels“. Doch auch Oldenfelde besitzt seinen eigenen eiszeitlichen Riesen – etwas kleiner, etwas versteckter, aber geologisch mindestens genauso spannend.

Am Rand des Schulgeländes der Stadtteilschule Oldenfelde liegt ein rund zwei Meter breiter, etwa 1,3 Meter hoher und schätzungsweise fünf Tonnen schwerer Granitfindling. Viele Jahre wurde er kaum beachtet – inzwischen entwickelte sich daraus jedoch ein spannendes Recherche- und Bildungsprojekt. Gemeinsam mit Staatsrat a. D. Gerd Fuchs sowie Dr. Alf Grube vom Geologischen Landesamt Hamburg gingen wir der Geschichte des Steins nach. Heute wissen wir: Unser Findling stammt vermutlich aus Südskandinavien und wurde während der Weichsel-Eiszeit durch das Inlandeis nach Norddeutschland transportiert.

Eine eiszeitliche Landschaft direkt vor unserer Haustür
Der Raum Rahlstedt und Oldenfelde ist bis heute deutlich von den Eiszeiten geprägt. Vor etwa 20.000 Jahren lag hier der Rand einer Gletscherzunge. Gewaltige Mengen Schmelzwasser strömten aus dem Eis und formten die Landschaft, die wir heute noch rund um den Höltigbaum erkennen können.
Besonders eindrucksvoll sind dabei das Stellmoorer und das Ahrensburger Tunneltal. Solche Täler entstanden durch Schmelzwasserströme unter dem Gletscher – gewissermaßen riesige eiszeitliche Entwässerungssysteme.
Der Höltigbaum mit seinen offenen Sandflächen, Hügeln und trockenen Rinnen ist deshalb nicht nur ein Naturschutzgebiet, sondern auch ein geologisches Fenster in die Eiszeitgeschichte Hamburgs.
Unser Oldenfelder Findling gehört damit gewissermaßen zur gleichen geologischen Geschichte wie diese Landschaft.

Warum ist der Findling rundlich?
Findlinge wirken oft überraschend rund oder weich geformt. Das liegt zum einen am Transport im Gletscher, bei dem Gesteine gegeneinander und über den Untergrund geschliffen wurden. Zum anderen verwittert Granit über lange Zeit bevorzugt an Kanten und Ecken. Wasser, Temperaturunterschiede und chemische Prozesse tragen dazu bei, dass aus ursprünglich kantigen Blöcken allmählich rundlichere Formen entstehen.
Unser Findling zeigt genau diese Mischung aus abgerundeten und abgeflachten Flächen.

Von der Berner Straße an die Schule
Nach Auskunft von Gerd Fuchs wurde der Findling vor etwa 40 Jahren bei Bauarbeiten im Bereich Berner Straße / Alter Zollweg entdeckt. Auf seine Initiative hin wurde er anschließend von der Firma WELA Asphalt und Pflasterbau an seinen heutigen Standort vor der Stadtteilschule Oldenfelde gebracht.
Die Entfernung zwischen Fundort und heutigem Standort beträgt nur etwa 450 Meter Luftlinie – verglichen mit seiner eiszeitlichen Reise aus Skandinavien also nur ein sehr kleiner „letzter Abschnitt“.

Der Stein ist damit nicht nur ein markanter Blickfang auf dem Schulgelände, sondern auch ein Stück Erdgeschichte mitten in Oldenfelde – und vielleicht so etwas wie der „kleine Bruder“ des Alten Schweden.

Weiterführende Informationen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hamburgs_geologischer_Untergrund
https://www.stiftungsland.de/fileadmin/sn/spezifische_bilder_und_daten/stiftungslaender/höltigbaum/gletscherspurbroschre_2011.pdf

Alle Texte, Grafiken und Fotos: T. Becker 
Fachleitung Biologie & Schulhofgarten, Koordinatorin für Nachhaltigkeit & BNE

Die Schulhofgärtner & der Schulhofgarten

Die Schulhofgärtner sind an der STS Oldenfelde vieles gleichzeitig: tatkräftige Gartenzwerge, Biotopbauer:innen, Naturbeobachter:innen, Ideensammler:innen und manchmal auch einfach die Menschen mit den Schubkarren, Gießkannen, dreckigen Händen und Hosen, die bei fast jedem Wetter draußen werken.

Im Zentrum stehen unsere Wahlpflichtkurse „Schulhofgärtner“ der Jahrgänge 7, 8 und 10. Hier planen, entwickeln, bauen, pflanzen und pflegen Schüler:innen große Bereiche des Schulgeländes – mit viel Kreativität und manchmal improvisiert, aber immer mit dem Ziel, unsere Schule grüner, vielfältiger und lebendiger zu machen. Gleichzeitig gehören zu den Schulhofgärtnern aber auch engagierte Lehrkräfte, Eltern, ehemalige Schüler:innen und sogar ehemalige Lehrer:innen. Der Schulhofgarten lebt von freiwilligem Engagement, z.B. am Bausamstag, unterschiedlichen Perspektiven und vielen Menschen, die Lust haben, Schule aktiv mitzugestalten.

Ziel ist es, möglichst vielfältige Kleinstlebensräume mitten in der Stadt zu schaffen: Wildstaudenbeete für Insekten, Totholzbereiche für Käfer und andere Wirbellose, Nisthilfen, Miniteiche, unser „Teich im Boot“, naturnahe Wiesenstreifen und Kräuterrasen statt gepflegtes Einheitsgrün, ein Nutz- und Bauerngarten, in dem wir saisonal und exemplarisch Gemüse, Kräuter und alte Kulturpflanzen anbauen, Obststräucher, eine Obstbaumwiese und vieles mehr. Dabei geht es nicht nur um Gestaltung, sondern um echte Biodiversität: Wir dokumentieren und untersuchen, wie sich Tier- und Pflanzenarten auf dem Gelände verändern und welche Strukturen Artenvielfalt fördern.

Gleichzeitig ist der Schulhofgarten ein Lernort. Vieles, was man im Biologieunterricht theoretisch lernt, wird draußen praktisch erprobt und angewendet: Kreislaufwirtschaft, Kompostierung, Regenwassernutzung, Permakultur, naturnahes Gärtnern oder die Frage, wie klimaangepasste Schulgelände aussehen können.

Uns ist wichtig, dass Natur auf unserem Schulgelände nicht hinter Zäunen verschwindet. Unsere Garten- und Biotopflächen sind Teil unseres Schulalltags und unserer Schulkultur – offen, lebendig und für alle erlebbar. Nach dem Motto „Die ganze Schule ist ein Garten“ entwickeln wir das gesamte Schulgelände Schritt für Schritt weiter – nachhaltig, experimentierend und oft mit einfachen Mitteln.

Inzwischen haben die Schulhofgärtner viele Grünflächen der Schule umgestaltet und an unzähligen Stellen neue kleine Lebensräume geschaffen. Oder wie wir manchmal sagen: Wir bepflanzen alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Deshalb wachsen bei uns Pflanzen nicht nur in Beeten, sondern beispielsweise auch in selbstgebauten Pflanzkästen, alten Kübeln und Tonnen, Mensadosen an Zäunen – mitten auf dem Beton, dort wo Entsiegelung bislang nicht möglich ist.

Für viele Schüler:innen gehört genau das inzwischen zum besonderen Charakter der STS Oldenfelde: dass Natur, Garten und Artenvielfalt im Schulalltag überall sichtbar sind – zwischen Klassenräumen, auf Innenhöfen, an Wegen und direkt vor den Fenstern.

Wenn ihr Lust habt, euch auf eine kleine Reise zu den Anfängen unseres Schulhofgartens zu begeben, könnt ihr diese Entwicklung von den ersten Hochbeeten 2018 bis heute auf unserem Instagram-Account verfolgen. Dort findet ihr aber nicht nur die Geschichte unseres Gartens, sondern auch den aktuellsten Eindruck davon, woran wir gerade arbeiten, was blüht, wächst, gebaut oder entdeckt wurde: oldenfelder_schulhofgaertner (Link)

Der Oldenfelder Schulhofgarten soll nicht perfekt oder geschniegelt wirken. Er darf wachsen, sich verändern und manchmal auch ein bisschen wild aussehen. Denn genau darin liegt die Idee: Schule nicht nur als Gebäude zu verstehen, sondern als lebendigen Ort, an dem Natur, Lernen und Gemeinschaft zusammenkommen.

Text und Grafik (KI-generiert): T. Becker

Wettbewerbe & Auszeichnungen

Ein wichtiger Impulsgeber für unsere Schulhofgartenarbeit ist der Hamburger Schulgrünwettbewerb „Blühende Schulen“ der Loki Schmidt Stiftung, der gemeinsam mit Förderpartnern wie der Peter-Mählmann-Stiftung durchgeführt wird. Ziel des Wettbewerbs ist es, Schulen dabei zu unterstützen, ihre Schulgelände naturnah, kreativ und biodiversitätsfördernd zu gestalten und Stadtnatur für Schüler:innen im Alltag erfahrbar zu machen. Die Wettbewerbsbeiträge der STS Oldenfelde entstehen dabei vor allem in Zusammenarbeit der Schulhofgärtner mit den Biologie-Profikursen der Jahrgänge 9 und 10.

Die STS Oldenfelde nahm bisher dreimal erfolgreich am Wettbewerb teil und wurde 2022, 2024 und 2025 ausgezeichnet. Die Preisgelder von jeweils 500 Euro sowie Gehölze und Pflanzensets helfen uns dabei, den Schulhofgarten Schritt für Schritt weiterzuentwickeln und neue Ideen umzusetzen. Seit einigen Jahren steht der Wettbewerb zudem unter wechselnden Jahresmottos. Diese geben immer wieder neue Denkanstöße und fördern die inhaltliche Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen rund um Biodiversität, Klima, Stadtnatur und nachhaltige Schulentwicklung. Unsere Wettbewerbsbeiträge greifen diese Themen auf und verbinden sie mit unseren eigenen Ideen rund um naturnahe Schulgestaltung, Umweltbildung und nachhaltige Schulkultur.

Wettbewerbsbeiträge
2022: Bewerbung mit dem Gesamt-Konzept und der Vorstellung unserer Gartenbereiche: Die ganze Schule ist ein Garten – grünbunte Inseln auf einem Großstadtschulhof
2023: Im Wettbewerbsjahr 2024 untersuchten die Schulhofgärtner gemeinsam mit den Biologie-Profikursen große Teile unseres Schulgeländes unter einer zentralen Frage: Welche Pflanzen auf unserem Schulgelände sind eigentlich wirklich „tierisch gut“? Dafür kartierten wir die Mehrheit unserer Gartenbereiche und Kleinstbiotope akribisch und erfassten möglichst vollständig die dort vorkommenden Pflanzenarten – von gepflanzten Gehölzen und Obstbäumen bis hin zu Wild- und Gartenstauden, Kräutern und einjährigen Wild- und Gartenpflanzen. Anschließend untersuchten wir mit Hilfe von NaturaDB und weiterer Literatur den ökologischen Wert der einzelnen Arten.
Im Mittelpunkt standen dabei Fragen wie: Wann blüht eine Pflanze? Ist sie heimisch oder ein Neophyt? Liefert sie Nektar oder Pollen und wenn ja wie viel? Ist sie Raupenfutterpflanze, Vogelnährgehölz oder wichtig für Wildbienen, vielleicht sogar für sehr spezialisierte, Schwebfliegen und Käfer? Besonders spannend war die Suche nach sogenannten „Superpflanzen“ – Pflanzenarten mit besonders hohem ökologischem Wert für viele Tierarten gleichzeitig. So konnten wir zeigen, dass einige Pflanzen wie beispielsweise Salweide, Weißklee oder Wilder Majoran auf unserem Schulgelände kleine ökologische Schlüsselrollen übernehmen und dass selbst unscheinbare Pflanzen einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität mitten in der Stadt leisten können.
Entstanden ist daraus eine fast 40-seitige Dokumentation über die Pflanzenvielfalt und die ökologischen Zusammenhänge auf unserem Schulgelände – und gleichzeitig eine intensive Auseinandersetzung mit der Frage, wie naturnahe Schulgelände gestaltet werden können: durch ein vielfältiges Mosaik aus Wild- und Kulturpflanzen, heimischen Gehölzen, Obstbäumen, Kräuterrasen, Nutzpflanzen und bewusst etwas wilderen Bereichen. Dabei beschäftigten wir uns auch mit Fragen der Pflege und Gestaltung: Wie oft sollte ein Kräuterrasen gemäht werden? Welche „Wildpflanzen“ dürfen oder sollen bleiben? Und wie kann ein Schulgelände gleichzeitig ökologisch wertvoll, lebendig und attraktiv gestaltet sein?
2025: Im Wettbewerbsjahr 2025 griffen wir das Jahresmotto „Mythos Unkraut“ auf und entwickelten die im Vorjahr identifizierten „Superpflanzen“ weiter zu den „SuperKRAUTZ“ – den Wurzelrebellen von Oldenfelde.
Ausgangspunkt war die Frage, warum viele der ökologisch wertvollsten Pflanzen im Alltag oft als „Unkraut“ gelten. Gleichzeitig beschäftigten wir uns intensiv damit, wie ein möglichst biodiverses Schulgelände eigentlich aussehen müsste und welche Rolle Pflegegewohnheiten, Mähintervalle und das verbreitete Ideal eines „ordentlichen“ Schulgrüns dabei spielen.
Unter dem Titel „Mythos Unkraut – Wildkräuter als Schlüssel zur Biodiversität im Schulgarten“ entstand zunächst eine theoretische Einführung. Danach wurde der Wettbewerbsbeitrag zunehmend experimenteller, kreativer und fantastischer: Ausgewählte Pflanzen wie Duftveilchen, Gundermann, Gänseblümchen, Löwenzahn, Spitzwegerich, Brennnessel, Wilde Möhre oder Giersch wurden zu eigenen Charakteren mit Avataren weiterentwickelt – mit individuellen „Superkräften“ basierend auf ihrem tatsächlichen ökologischen Wert, Geschichten und grafischen Darstellungen.
Dabei untersuchten wir die Pflanzen deutlich intensiver als im Vorjahr: Welche Tiere folgen ihnen? Welche Wildbienen, Schmetterlinge oder Käfer profitieren von ihnen? Können wir ihre tierischen Besucher tatsächlich auf unserem Schulgelände beobachten? Welche Bedeutung haben sie als Heilpflanze, Nahrungspflanze oder Bestandteil alter Mythen und Volksgeschichten?
So entstanden Comics, Geschichten, Rezeptideen und kleine Forschungsprojekte – etwa zur Frage, wie Duftveilchen ihren Weg in die Mauerritzen des Schulgebäudes fanden oder welche Rolle Ameisen dabei spielen könnten. Gleichzeitig experimentierten wir praktisch weiter mit Wildkräutern, stellten z.B. Wildkräuterbutter her.
Der Wettbewerbsbeitrag wuchs dadurch auf fast 80 Seiten an und verband Biodiversitätsforschung, kreative Gestaltung, Umweltbildung und Fantasie auf ungewöhnliche Weise miteinander. Im Zentrum stand dabei immer die gleiche Idee: Dass gerade die unscheinbaren, wilden und oft übersehenen Pflanzen eine Schlüsselrolle für Artenvielfalt und lebendige Gärten und Schulgelände spielen.
2026: Im Wettbewerbsjahr 2026 beschäftigen sich die Schulhofgärtner gemeinsam mit den Biologie-Profikursen 9+10 unter dem Titel „Unter unseren Füßen – die Erde, die uns trägt“ mit einem Thema, das im Schulalltag oft übersehen wird, obwohl wir jeden Tag darauf stehen: dem Boden. Ausgehend vom Jahresmotto „Zukunft beginnt im Boden“ untersuchen wir die sehr unterschiedlichen Böden unseres Schulgeländes – von verdichteten und versiegelten Bereichen bis hin zu lockeren Gartenböden, Kräuterrasen, Totholzzonen oder Mulchflächen. Dabei geht es nicht nur um Bodenarten und Bodenentwicklung, sondern auch um die Frage, was eigentlich alles zu einem gesunden Boden dazugehört: Totholz, Laub, Mulch, Wurzeln, Steine, Mikroorganismen, Feuchtigkeit, Zersetzung und unzählige kleine Lebewesen.
Die Schüler analysieren unterschiedliche Bodenbereiche des Schulgeländes, untersuchen Bodenzusammensetzung, Humusanteil und Bodenleben und setzen sich mit grundlegenden ökologischen Fragen auseinander: Wie entsteht Boden überhaupt? Warum speichern gesunde Böden Wasser? Welche Rolle spielen sie für Klima, Pflanzenwachstum und Biodiversität? Und was passiert, wenn Böden verdichtet oder versiegelt werden?
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage, wie Schulgelände im Sinne der „Schwammstadt“ in Zukunft gestaltet werden müssten. Dafür vergleichen die Schüler versiegelte und unversiegelte Flächen, untersuchen Temperaturunterschiede an heißen Sommertagen und analysieren den Anteil versiegelter Bereiche auf unserem Schulgelände.
Dabei entwickeln die Schüler konkrete Ideen und Visionen für ein klimaangepasstes Schulgelände 2030 – und erleben zugleich, wie komplex und begrenzt die Umsetzung solcher Veränderungen im Schulbaualltag oft ist. Gerade beim Thema Entsiegelung wird deutlich, wie groß die Lücke manchmal noch zwischen ökologisch sinnvollen Konzepten wie dem „Abpflastern“ und den tatsächlichen Möglichkeiten im Bestand oder in laufenden Bauplanungen sein kann.
Der Wettbewerbsbeitrag verbindet Bodenforschung, Schulgeländegestaltung, Permakultur, Klimaanpassung und Umweltbildung miteinander. Im Mittelpunkt steht die Erkenntnis, dass Boden weit mehr ist als „Dreck unter unseren Füßen“: Er ist Grundlage von Leben, Wasserspeicher, Klimaschützer und ein empfindliches und grundlegendes Ökosystem, mit dem wir in Zukunft deutlich sorgsamer umgehen müssen.

Alle Texte, Grafiken und Fotos: T. Becker 
Fachleitung Biologie & Schulhofgarten, Koordinatorin für Nachhaltigkeit & BNE

Konzept

Seit dem Schuljahr 2018/19 bietet die STS Oldenfelde in der 7.u./o. 8. sowie 9. u./o 10. Klassenstufe je einen Wahlpflichtkurs „Die Schulhofgärtner“ an. Zudem arbeiten Projektgruppen, Forder- und Nachmittagskurse sowie einzelne Schülerinnen und Schüler (SuS) im Garten mit. Der Garten wird als Lernort und Ressource für die Biologie genutzt (z.B. Botanik, Ökologie, Wirbellose,…), insbesondere auch von den spezialisierten Wahlpflichtkursen (z.B. Thema Boden, Biodiversität & Artensterben im WP „Fit für die Oberstufe“). Auch andere Fächer nutzen den Schulhofgarten im Unterricht oder für bestimmte Themen (verschiedene Kunstkurse, Mathematik). In der warmen Jahreszeit, wenn es in einigen Klassenräumen zeitweise sehr heiß ist, ist der zentrale Schulhof mit seinen Bäumen, Bänken und blühenden Gartenflächen ein angenehmer Lernort im Freien.

Wir möchten damit einen Beitrag zum Klima- und Artenschutz leisten und den Schulhofgarten als Lernort für Nachhaltige Entwicklung im Schulalltag nutzen.

Folgende Aspekte verknüpfen wir damit:

  • Partizipation
  • Verantwortung
  • Berufsorientierung
  • Schule fürs Leben
  • Bildung für Nachhaltige Entwicklung 
  • Upcycling und ressourcenschonendes Gestalten
  • Respekt für Mitgeschöpfe & Naturverbundenheit
  • Förderung naturwissenschaftlicher Kompetenzen
  • Förderung der Artenkenntnis
  • Biodiversität und Artenschutz
  • Fächerübergreifendes Lernen
  • Ernährungsbildung
  • Selbstwirksamkeit erfahren
  • Gesundheit und Wohlbefinden
  • Resilenz stärken
  • Teamarbeit und soziale Kompetenzen
  • Vernetzung mit anderen Akteuren

Unser Schulgelände umfasst mittlerweile mehrere Gartenprojektbereiche, die unterschiedlich weit entwickelt sind: Nutz- und Bauerngarten mit Gewächsaus, Naturversuchs- und Heidegarten, Waldgarten, Präriebeet oder das Duft- und Rosenbeet. Fast in jedem Schuljahr gestalten wir auch etwas Neues.

Was tun wir? (Überblick)

  • Planen
  • Erproben
  • Pflanzen & Pflegen
  • Schützen
  • Eignes Saatgut gewinnen
  • Jungpflanzenanzucht und Pflanzenvermehrung 
  • Methoden & Prinzipien erlernen
  • Bauen & gestalten
  • Hinterfragen & überdenken
  • Ressourcen-schonend arbeiten
  • Upcycling
  • Kompostieren
  • Werkzeugkunde
  • Füttern
  • Ernten und verarbeiten
  • Bestimmen und kategorisieren
  • Beobachten und fotografieren
  • Andere informieren
  • Netzwerken
  • An Wettbewerben teilnehmen
  • Über den Tellerrand schauen

Das vollständige, ausführliche Konzept finden Sie hier: Konzept Schulgarten

Alle Texte, Grafiken und Fotos: T. Becker 
Fachleitung Biologie & Schulhofgarten, Koordinatorin für Nachhaltigkeit & BNE