Leitbild BNE

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an der STS Oldenfelde

  1. Präambel: Unsere pädagogische Haltung

„Man liebt nur, was man kennt, und man schützt nur, was man liebt.“ (Konrad Lorenz)

In einer Zeit globaler ökologischer Krisen sehen wir es als unsere Kernaufgabe, junge Menschen nicht nur zu informieren, sondern sie zur Gestaltung einer lebenswerten Zukunft zu befähigen. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist an der Stadtteilschule Oldenfelde kein isoliertes Projekt, sondern ein essentielles Fundament unseres Schullebens. Wir schaffen (Lern-)Räume, in denen ökologische Zusammenhänge, soziale Gerechtigkeit, kulturelle Vielfalt und ökonomische Verantwortung unmittelbar erfahrbar werden. Nachhaltigkeit durchdringt alle Fächer – von naturwissenschaftlichen Experimenten über kreative Projekte in Kunst und Musik bis hin zur Reflexion gesellschaftlicher Zusammenhänge in Geografie, Politik und Wirtschaft.

 

  1. Ein zertifiziertes Fundament

Unsere Schule blickt auf eine jahrelange Tradition im aktiven Umweltschutz zurück. Wir verstehen uns als lernendes System, das sich stetig weiterentwickelt:

  • Klimaschule (seit 2012): Wir verfolgen einen verbindlichen Klimaschutzplan. Durch die Reduktion von CO2-Emissionen im Schulbetrieb und die Integration von Klimathemen in alle Fachbereiche übernehmen wir Verantwortung für unseren ökologischen Fußabdruck.
  • Umweltschule / Internationale Nachhaltigkeitsschule (seit 2025): Mit dieser Auszeichnung bekennen wir uns zur Vernetzung globaler Nachhaltigkeitsziele (SDGs) mit lokalem Handeln. Wir fördern das Verständnis für weltweite Kreisläufe und soziale Verantwortung.

 

  1. Das Profil: „Die ganze Schule ist ein Garten“

Das Alleinstellungsmerkmal unserer Schule ist die Transformation des Schulgeländes in einen lebendigen Lernort. Seit 2018 haben die „Oldenfelder Schulhofgärtner“ fast alle Grünflächen in ein kleinteiliges Mosaik aus Schulgarteninselnverwandelt. Dieses Mosaik wird sich bis voraussichtlich 2030 auch zwischen den neu entstehenden Schul- und Sportgebäuden fortsetzen. Darüberhinaus planen wir einen Dachgarten auf dem Erdgeschossinnenhof des neuen Schulhauses.

Förderung der Biodiversität als Kernauftrag
Unsere Arbeit wurde bereits dreimal (2022, 2024, 2025) beim Wettbewerb „Blühende Schulen“ der Loki Schmidt Stiftung ausgezeichnet. Dies bestätigt unsere fachliche Expertise:

  • Lebensraum-Management: Wir gestalten gezielt Biotope für Insekten, Vögel und Kleinstlebewesen.
  • Flora-Strategie: Wo immer möglich, integrieren wir einheimische Wildpflanzen. Wir zeigen, dass auch im urbanen Raum wertvolle Rückzugsorte für bedrohte Arten entstehen kö
  • Ästhetik & Kreativität: Unsere Garteninseln sind bunt, kreativ und vielfältig – wie die Schulgemeinschaft, die sie gestaltet. Sie spiegeln die unterschiedlichen Ideen, Perspektiven und Fähigkeiten aller Beteiligten wider und laden dazu ein, eigene Impulse einzubringen.

 

  1. Vernetzung: Vom Schulhof in das Naturschutzgebiet

Nachhaltigkeit endet nicht am Schultor. Ein zentraler Baustein unserer BNE-Strategie ist die Kooperation mit anderen Schulen in den Netzwerken und mit außerschulischen Partnern, z.B. mit dem Haus der Wilden Weiden (NSG Höltigbaum) oder der Loki Schmidt-Stiftung. Durch diesen engen Austausch:

  • Schlagen wir die Brücke zwischen künstlich (= durch den Mensch) angelegten Schulbiotopen und der ursprünglichen Naturlandschaft.
  • Ermöglichen wir den Schüler:innen Expertenbegegnungen und professionelle Einblicke in den Naturschutz.
  • Lernen wir, die ökologischen Besonderheiten unserer direkten Nachbarschaft und in Hamburg zu verstehen und zu schützen.
  1. Pädagogische Ziele: Kompetenzen für morgen

Durch die gemeinsame Arbeit in den Garteninseln, im Naturschutzgebiet und im Rahmen unserer Klima- und Umweltschutz-Maßnahmen fördern wir gezielt:

  • Selbstwirksamkeit: Unsere Schüler:innen erleben, dass sie durch eigenes Handeln (gestalten, pflanzen, pflegen, Verantwortung übernehmen) ihre Lebenswelt zum Positiven verändern kö
  • Systemisches Denken: Schüler:innen verstehen die Welt als vernetzte Ganzheit: Sie begreifen, wie lokale Handlungen – vom Komposthaufen über den Schulhofgarten bis zum Wasserverbrauch – in globale ökologische, soziale und ökonomische Zusammenhänge eingebettet sind. Gleichzeitig lernen sie, dass kleine Details und konkrete Entscheidungen im Alltag unmittelbare Auswirkungen haben und Verantwortung erzeugen. So entsteht ein Bewusstsein für das Zusammenspiel von Mikro- und Makroebene, von Ursache und Wirkung, das reflektiertes Handeln ermö
  • Gemeinsinn & Partizipation: BNE lebt von aktiver Beteiligung und demokratischer Mitgestaltung. Die Vielfalt unserer kleinen und großen Maßnahmen und Projekte ermöglicht es allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft sich einzubringen: Von Alltagsaufgaben, über WP-Kurse, Projektwochen, Klima-Aktions-Tag, Hamburg räumt auf, Wettbewerbe, den Schüler-Klima-und-Umweltrat, die Klima-und-Umwelt-Schulentwicklungs-AG bis hin zu Beteiligungsformaten wie Schulhofgartenbausamstag und Langer Tag der Stadtnatur – die unterschiedlichen Beteiligungsformate fördern Kooperation, Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein.
  • Achtsamkeit, Haptik & intrinsische Motivation: Durch das praktische Arbeiten im Schulgarten oder an Klima- und Umweltprojekten und das Beobachten kleinster Details entwickeln Schüler:innen ein feines Gespür für ökologische Prozesse. Sie erleben unmittelbar, wie ihr Handeln Wirkung zeigt – vom Wachstum einer Pflanze bis zur Gestaltung ganzer Lebensräume. So verbinden sie haptische Erfahrungen mit dem Verstehen komplexer Zusammenhänge und erkennen, dass kleine Entscheidungen große Folgen haben kö Gleichzeitig stärkt diese Praxis die intrinsische Motivation und das Verantwortungsbewusstsein für ihre Umwelt.
  1. Abschluss

An der STS Oldenfelde bereiten wir den Boden für Generationen, die mutig, kompetent und achtsam mit den Ressourcen unseres Planeten umgeht.

Wir wachsen gemeinsam – mit der Natur, an der Natur und für die Natur.

Text: T. Becker